Gefäßchirurgisches Zentrum Wien

Schwerpunkte

 

Unser Schwerpunkt ist die Behandlung von obliterativen und dilatativen Gefäßerkrankungen in allen anatomischen Bereichen mit Ausname der Herz- und intracerebralen Chirurgie.

Je nach Indikation behandeln wir mit Kathetermethoden (Ballondehnung oder Stent bei Einengungen, Stentgraft bei Aneurysmen) oder chirurgsche Methoden (Bypassmethoden, offene Desobliteration, Patchplastik).

Die englische Übersetzung "points of main effort" beschreibt sehr gut was gemeint ist. Wir stellen Ihnen diejenigen Spezialitäten vor, bei denen wir qualitativ und quantitativ als "Experten" gelten.

CAROTIS - VERTEBRALIS CHIRURGIE
(Chirurgie der Halsschlagadern, Schlaganfalltherapie, Therapie des Schwindels)

 

Durch Gefäßverkalkung und Ablagerungen kann es zu Einengungen der Hirnschlagadern und in weiterer Folge zu einem Schlaganfall kommen. Die chirurgische Beseitigung dieser Gefäßverkalkung im Halsschlagadernbereich nach einem kleinen Schlaganfall oder einem "Schlagerl", aber auch ohne bisherigen Schlaganfall, kann einen solchen erfolgreich verhindern.

Wird die Arteria carotis durch eine Gefäßerkrankung über 70% eingeengt, so empfehlen wir jedenfalls die gefäßchirurgische Sanierung. Die Operation wird an unserer Abteilung im Rahmen einer speziell entwickelten lokalen Betäubung der gesamten Halshälfte durchgeführt. Die stationäre Aufenthaltsdauer beträgt 3-5 Tage.

In letzter Zeit ist auch die endovaskuläre Behandlung von symptomatischen Einengungen, bei strenger Indikationsstellung und unter Beachtung der Gefäßmorphologie, die bei uns präoperativ mittels spezieller Duplexuntersuchung abgeklärt wird, dazugekommen.

Durch zeitgerechtes Management ist es uns gelungen die Komplikationsrate auf unter 2% zu senken.

Die Chirurgische Behandlung von symptomatischen Einengungen und Verschlüssen der Arteria vertebralis (Vertebralistransposition, C1 Bypass) ist eine seltene Indikation, die aber in geeigneten Fällen wie eine "Wunderheilung" vom Patienten empfunden wird, der bis dahin in aller Regel wegen seines Schwindels bereits eine lange diagnostische und therapeutische Anamnese hat.

RETROPERITONEALE BIFURKATION

 

Operationen an der Bauchschlagader bei allen Erkrankungen dieses wichtigen Blutleiters, wie zum Beispiel beim Aneurysma oder aber auch bei arteriosklerotischer Verstopfung der Bauchschlagader erfolgen bei uns auf dem schonenden Weg des "retroperitonealen" Zuganges.

Dabei wird der Bauchraum nicht von vorne eröffnet, sondern die operative Freilegung erfolgt von links seitlich hinter dem Bauchraum. Dadurch vermindern sich die postoperativen Komplikationen wie Darmlähmungen, Verwachsungen innerhalb des Bauchraumes sowie postoperative Narbenbruchbildungen.

Hunderte solcher Operationen in den letzten Jahren haben unsere Meinung über diese Art der schonenden Operation bestätigen können.

ANEURYSMA

 

Aneurysmen sind sackartige Ausweitungen von Schlagadern. Die gefürchtetste Komplikation ist das Zerplatzen, die Ruptur so einer Schlagader, wodurch es zur unmittelbaren Lebensgefahr kommt. Die häufigste Lokalisation von Aneurysmen ist die Bauchschlagader.

Je nach Form dieses Aneurysmas erfolgt die operative Behandlung. Entweder über das Einführen einer Gefäßprothese über die Leistenschlagader ("Endograft"), um das Aneurysma aus dem Kreislauf auszuschalten, oder es wird die sogenannte "offene Operation" durchgeführt.

An unserer Abteilung wird die offene Operation nicht nur durch Eröffnung der Bauchhöhle, sondern, in geeigneten Fällen, durch einen wesentlich schonenderen operativen Zugang links seitlich durchgeführt. Dieser Zugang bietet den Vorteil, daß in der postoperativen Phase signifikant weniger Probleme auftreten. Modifikationen dieses operativen Zuganges sind an der Abteilung entwickelt worden. Dadurch konnte der postoperative Krankenhausaufenthalt deutlich gesenkt werden.

Aneurysmen in anderen Regionen des Körpers (jedenfalls außerhalb des Kopfes) können durch einfachere Methoden operativ oder endovasculär beseitigt werden. Die Wiederherstellung der Durchblutung wird dann durch eine Bypassoperation oder einen Endograft gewährleistet.

Das thorakale Aneurysma und die thorakoabdominellen Aneurysmakombinationen stellen eine besondere Herausforderung dar.

In diesem Bereich sind wir in der Lage, alle derzeitigen technischen Möglichkeiten anzubieten (Thorakaler Stent, Endograft, kombinierte (Hybrid) Therapie, fenestrierte und gebranchte Aortenendoprothesen). Dies ist ein Hauptschwerpunkt der Abteilung, was auch garantiert, dass auch die jeweils neuesten internationalen Erkenntisse entsprechend umgesetzt werden.

Eine eingehende Beratung über Ihr Aneurysmaproblem erhalten Sie jederzeit in unserer Gefäßchirurgischen Ambulanz oder bei allen Fachärzten der Abteilung persönlich.

DIALYSECHIRURGIE

 

Eine der größten nephrologischen Abteilungen Wiens im eigenen Haus und die zunehmende Zuweisung von Problemfällen auswärtiger Institutionen haben diesen Schwerpunkt immer weiter in den Vordergrund gerückt.

Die Patientencharakteristik hat sich in den letzten Jahren eindeutig zum schlechteren Gefäßstatus hin gewandelt. Die Verantwortung für die "Lifeline" dieser Patienten sollte daher in unseren Augen in der Hand bereits fortgeschrittener Gefäßchirurgen liegen, die einerseits mit der speziellen Problematik von Dialysezugängen vertraut und andererseits in diesem Teilgebiet der Gefäßchirurgie mit Hingabe zu arbeiten gewillt sind.

Wir können das gesamte Spektrum der Fistelchirurgie (Neuanlage und Revisionen, endovasculäre und Hybrid-Methoden) inklusive seltener Reservemethoden anbieten und implantieren tunnelierte Dialysekatherter.

CRURALE und PEDALE BYPASSCHIRURGIE

 

Diese Chirurgie erfordert eine hochgradige Spezialisierung und viel Erfahrung, bereits bei der Indikationsstellung und im Umgang mit den oft begleitend notwendigen Wund- und Amputationsverfahren.

Um dem immer häufigeren Auftreten des peripheren Verschlußtyps gerecht zu werden, führen wir in den letzten Jahren bei drohendem Beinverlust nicht nur crurale, sondern bei entsprechender Angiomorphologie auch pedale Rekonstruktionen in steigendem Ausmaß durch.

Als Gefäßersatzmaterial kommt hierfür in allererster Linie die autologe Vena saphena magna in Frage. Ist diese nicht mehr vorhanden, kann auch auf alternative Venensegmente oder alloplastisches Material zurückgegriffen werden. Als schonende Methode ist in letzter Zeit die endoskopische BYpassvenenentnahme dazugekommen.

Das Verhindern einer großen Amputation bedeutet für den Patienten in physischer und psychischer Hinsicht einen enormen Gewinn an Lebensqualität.

VARIZENCHIRURGIE - KRAMPFADERNLEIDEN

 

Wir bieten alle modernen und wissenschaftlich anerkannten Operationsmethoden an (konventionelles Stripping, Phlebektomie, Verödung oder minimalinvasiv mit endovenösen Methoden.

In den Monaten Juli/August ist "Klimapause".

Die Organisation erfolgt über die Ambulanz mit:

  1. Ambulanter phlebographisch-angiologischer Abklärung
  2. Ambulanter internistischer Voruntersuchung zur Operation bzw. Narkosefreigabe (Allgemeinanästhesie, Spinalanästhesie)
  3. Die Gesamtaufnahmedauer beträgt 2 Tage. Aufnahme am Operationstag.
  4. Entlassung am Vormittag des 1. postoperativen Tages mit angelegtem Kompressionsstrumpf für 10 Tage.
  5. Nahtentfernung am 10. postoperativen Tag in unserer Gefäßambulanz.

 

Anschließend ca. 4 Wochen tagsüber Kompressionsstrumpf. Ambulante Nachkontrollen je nach Verlauf in der Gefäßambulanz.



Unsere Kapazität ist allerdings beschränkt.

Was nur in ein großes Zentrum gehört

 

Im Folgenden ein paar Spezialitäten die von der Anzahl der Fälle und von der teilweise schwierigen Operationstechnik auf ein Zentrum mit entsprechender technischer und zahlenmäßiger Kapazität beschränkt bleiben sollte.

 

Truncus brachiocephalicus und supraaortische Äste

Häufig ist eine endovasculäre Technik ausreichend zur Behandlung. Vor allem bei der Stenose dieser Gefäßabschnitte.
Manchmal aber ist ein intrathorakaler Eingriff mit Sternotomie und ausgefeilter Bypasstechnik, vor allem bei Mehrfachverschlüssen von supraaortische Ästen, die einzige Therapieoption.

 

Eingeweidearterien

Bei der Vielzahl der möglichen Kombinationen von Verschlußlokalisationen in den betroffenen Eingeweidearterien (Truncus coeliacus, A. mesenterica superior, Milzarterie, Nierenarterien) ist eine ebenso variantenreiche Therapieplanung (chirurgisch, endovaskulär und kombiniert (Hybrid)) notwendig.

Eine seltene Spezialität ist auch das Ligamentum arcuatum Syndrom (Dunbar Syndrom).

Bereits die Diagnostik ist nicht einfach und oft nur als Ausschlußdiagnose. Wir können bei dieser Entität auf eine bereits jahrelange Erfahrung zurückblicken.

 

Thoracic-outlet-Syndrom (TOS)

Ursache für das TOS ist zumeist eine anlagebedingte Enge an dieser Stelle (1. Rippe, Halsrippen oder der M. Scalenus). Diese Operationen sind technisch anspruchsvoll.


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